Chargieren bei besonderen Anlässen

Beim Festzug

Beim Festzug bildet die Chargiertengruppe die Spitze. Es ist mit der Fahne auszurücken. Die Fahne wird beiderseits von je einem Chargierten flankiert. Sind mehrere Chargierte aufgeboten, marschieren diese dahinter in Zweier- oder Dreierreihen, je nach Anzahl.

Die Schläger der Flügelchargierten sind normalerweise versorgt. Nur bei besonders festlichen Umzügen kann mit tiefgezogenen Schlägern marschiert werden.

Wendungen der Fahnengruppe werden in Form einer Schwenkung, bei der die Linienformation der Fahnengruppe unverändert bleibt, vollzogen. Dabei wird mit verkürztem Schritt um den inneren Flügel solange geschwenkt, bis die neue Richtung erreicht ist. Es ist darauf zu achten, daß die Seitenrichtung der Fahnengruppe beibehalten wird.

Wird der Festzug zu einer Kundgebung unterbrochen, steht die Fahnengruppe am rechten Flügel in Linie, etwa mit ausgerückte Chargierte schließen links davon in Linie zu zwei oder drei Gliedern, je nach Anzahl, an. Die Couleurbedeckung folgt in der gleichen Formation.

In der Kirche

Bei Heiligen Messen ist mit der Fahne auszurücken. Die Chargierten ziehen nach den Couleurträgern, aber vor dem Priester ein. Sie nehmen je nach Platz und Anzahl im Presbyterium in einer oder zwei Linien Aufstellung.

Während des Einzugs wird tiefgezogen. Im Presbyterium sind die Schläger zu versorgen und abzustellen.

  • Beim Einzug und Auszug des Priesters wird salutiert.
  • Beim Evangelium werden die Schläger der Flügelchargierten über der geneigten Fahne gekreuzt. Die übrigen Chargierten ziehen hoch.
  • Bei der hl. Wandlung werden die Schläger der Flügelchargierten über der gesenkten Fahne gekreuzt. Die übrigen Chargierten ziehen tief.
  • Beim Vater unser und beim Agnus Dei wird salutiert.
  • Beim normalen Segen ist zu salutieren.
  • Beim Sakramentalsegen wird wie bei der hl. Wandlung gehandelt.
  • Beim Te Deum wird bei präsentierter Fahne hochgezogen.
  • Beim Auszug der Chargierten sind die Schläger versorgt.
  • Empfängt ein Chargierter selbst die hl. Kommunion, hat er dabei zu salutieren.

Couleurhochzeit

Zu Couleurhochzeiten wird ohne Fahne ausgerückt. Die Zahl der Chargierten muß gerade sein.

Der Bräutigam ist in Salonwichs, er wird von den Chargierten in die Kirche geleitet. Die Chargierten stehen beiderseits des Brautpaars.

Beim Ringtausch werden die Schläger über dem Brautpaar gekreuzt.

Nach Ende der Trauung bzw. der Brautmesse verlassen die Chargierten vor dem Brautpaar die Kirche und stellen sich beiderseits des Kirchentores mit Front zueinander auf. Die Schläger werden über dem durchgehenden Brautpaar gekreuzt.

Couleurbegräbnis

Beim Couleurbegräbnis wird mit umflorten Farben mit Fahne aufgezogen. Bei der Aufbahrung halten mindestens zwei Chargierte die Ehrenwache mit tiefgezogenem Schläger. Der Fahnenträger steht abseits mit versorgter Fahne. Die Chargierten können halbstündig abgelöst werden.

Das Couleur des Verstorbenen liegt auf dem Sarg oder auf einem Polster davor .

Beim Gang zum Grab zieht die Fahne dem Sarg voran, die Chargierten flankieren ihn. Dem Sarg folgt ein Couleurträger in Halbwichs, der den Couleurpolster trägt.

Beim Grab stehen die Chargierten, mit der Fahne in der Mitte, an der Stirnseite des Grabes. Die Schläger sind tief gezogen. Vor dem Absenken des Sarges werden die Schläger abgesetzt und sodann über der gesenkten Fahne gekreuzt. Das Couleur des Verstorbenen folgt als letzter Gruß der Korporation dem Sarg.

Anmerkung: Die vorherige Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten ist sehr förderlich.

Ziehen mehrere Korporationen auf, ist der Ablauf abzusprechen; die Fahne rückt meist nicht aus.

Fronleichnam

Bei der Fronleichnamsprozession flankieren die Chargierten in gerader Anzahl den Himmel. Es wird ohne Fahne ausgerückt. Bei den Evangelien wird hochgezogen.

Bei Großprozessionen mit mehreren chargierenden Korporationen bilden die Chargierten meist einen geschlossenen Chargiertenblock. Hiebei gilt für das Verhalten die vorherige Absprache.